Landesarmutskonferenz Niedersachsen
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Pressemitteilung

Hannover, 12.Oktober 2003

Saurer Apfel Armut
Landesarmutskonferenz Niedersachsen kritisiert Spaltung unserer Gesellschaft
Armut in Deutschland 2004 - Tendenz steigend

Anlässlich des "Weltarmutstages" (Internationaler Tag für die Beseitigung der Armut der Vereinten Nationen) am 17.10.2004 weist die Landesarmutskonferenz (LAK) Niedersachsen nachdrücklich darauf hin, dass die Armut in unserer Gesellschaft wieder zunimmt. Das beweisen unter anderem die neuen Zahlen des "Datenreport 2004" vom Statistischen Bundesamt.
"Der aktuelle Abbau des Sozialstaates als Konsequenz der Agenda 2010 führt zu wachsender Chancenungleichheit. Einkommen, Bildung und Gesundheit dürfen nicht zur Mangelware für Millionen von Menschen in unserer Gesellschaft werden", fordert die Sprecherin der Landesarmutskonferenz, Dr. Antje Richter, Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V. (LVG).
"Allein in Niedersachsen sind rund 70.000 Kinder von Eineltern-Familien auf Sozialhilfe angewiesen. Und für viele Arbeitslosenhilfe-BezieherInnen wird sich die Situation mit der Einführung des "Arbeitslosengeld II" verschlechtern," betont LAK - Sprecherin Gudrun Sixtus vom Verband allein erziehender Mütter und Väter (VAMV).
Saurer Apfel Armut: das kann Konsequenz für viele Menschen sein nach der Einführung der "Hartz IV"-Gesetze in 2005. Das Problem der Armut braucht eine größere öffentliche Wahrnehmung und Debatte: hier sieht die Landesarmutskonferenz eine ihrer Aufgaben. Daher verteilt die LAK am 15.10.2004 ab 7.30 Uhr vor der "Agentur für Arbeit" in Hannover, Escherstraße, Äpfel an Arbeit Suchende. Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen bietet Informationen und Dialogbereitschaft an.

Die Kluft zwischen arm und reich in der Gesellschaft ist in den letzten Jahren immer größer geworden und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Im Gegenteil: auch in Deutschland gewinnt ein Phänomen jenseits der "klassischen" Vorstellung von arm an Bedeutung: "working poor", Armut trotz Erwerbsarbeit. 
Galten früher Erwerbslosigkeit, Niedrigrenten, persönliche Schicksalsschläge wie Krankheit, Scheidung etc. als Startschuss für eine Armuts-"Karriere", so schützt heute selbst Arbeit nicht mehr vor diesem ausgrenzenden Makel: Armut.
Dieser Entwicklung entgegen zu steuern ist zentrale Aufgabe der "Landesarmutskonferenz Niedersachsen". Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen wurde im Juni 1995 gegründet.
In ihr sind die politischen Akteure gebündelt, die sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen. Die Landesarmutskonferenz versteht sich als politische Initiatorin und Koordinatorin, um gemeinsam mit Betroffenen und deren Initiativen sozialpolitischen Forderungen auf Landesebene ein besonderes Gewicht zu geben.
Zu den konkreten Aufgaben der Landesarmutskonferenz gehört u.a.:
- den gesellschaftlichen Skandal von Armut im Reichtum zu verdeutlichen, d.h. Ursachen und Verursacher benennen;
- Vorschläge zur Bekämpfung der Armut auf Landesebene entwickeln;
- Förderung gemeinsamer Aktivitäten der beteiligten Verbände und Initiativen;
- Formulierung gemeinsamer Stellungnahmen und öffentlichkeitswirksame Aktionen.
Die Landesarmutskonferenz kooperiert mit der Nationalen Armutskonferenz und hält über diese Kontakt zum europäischen Armutsnetzwerk.

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