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Presseerklärung Landesarmutskonferenz Niedersachsen
Wie viel Armut können wir uns leisten?
Landesarmutskonferenz Niedersachsen wehrt sich gegen Verarmungspolitik
Anlässlich der aktuellen Diskussion um die Sparpläne der niedersächsischen
Landesregierung weist die Landesarmutskonferenz Niedersachsen nachdrücklich darauf hin, dass der derzeitige "Umbau des Sozialstaats" durch seine einseitige Belastung von sozial
Schwachen die Armut im Lande verschärft.
"Die Sparpläne der niedersächsischen Landesregierung können zusätzliche Armutsrisiken schaffen", befürchten die neu gewählten Sprecherinnen der niedersächsischen
Landesarmutskonferenz Dr. Antje Richter (Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen e.V.) und Gudrun Sixtus (Verband allein erziehender Mütter und Väter Landesverband
Niedersachsen e.V.). Schon jetzt leben nach Angaben des Niedersächsischen Landesamtes für Statistik fast eine Million Menschen unter der Armutsgrenze, darunter besonders viele Kinder und Jugendliche. Vor allem die Lage kinderreicher Familien und Alleinerziehender hat sich seit dem Jahr 2000 weiter verschlechtert. Ein Leben in Armut führt aber nicht nur zu
Entbehrungen, sondern bringt ungleiche Bildungs- und Gesundheitschancen mit sich, deren Folgen hohe individuelle und gesellschaftliche Kosten mit sich bringen, vom menschlichen Leid ganz zu schweigen.
Soziale Einrichtungen und die dort beschäftigten MitarbeiterInnen können die damit
einhergehenden Belastungen für die Betroffenen zumindest mildern. Die aktuelle Krise der öffentlichen Kassen darf daher nicht zu Existenzbedrohenden Belastungen von Organisationen und Einrichtungen in Niedersachsen führen, die für die Interessen derjenigen eintreten, die von Armut bedroht oder betroffen sind. Diese benötigen vielmehr Planungssicherheit als eine Grundlage dafür, dass der Begriff "Soziales Niedersachsen" nicht zu einer leeren Hülle wird. Auch wenn die Kürzungen im Sozialbereich nicht das befürchtete Ausmaß angenommen hätten, herrsche angesichts der derzeitigen Situation Verunsicherung bei vielen
Organisationen über ihre zukünftige Arbeit und bei den betroffenen Menschen wächst die Angst vor dem Verlust von solidarischer Hilfe und Unterstützung in prekären Lebenslagen.
Wenn sich der Wert einer Gesellschaft u.a. daran bemisst, wie sie mit ihren Schwachen
umgeht, bleibt die Frage: Wie viel Armut kann sich eine reiche Gesellschaft wie unsere
leisten?
Die Landesarmutskonferenz Niedersachsen bietet dazu ihre Dialogbereitschaft an.
Rückfragen und Informationen auch:
Klaus-Dieter Gleitze, Fon/Fax: 0511-2102067, E-Mail: gleitzek@gmx.de

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